Monumente IV

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Eines der genialsten Denkmäler, die ich je gesehen oder sogar betreten habe, ist das für Walter Benjamin im katalanischen Portbou an der franzöischen Grenze. Der israelische Künstler Dani Karavan hat diese leicht klaustrophobische Treppe ins Mittelmeer ersonnen.

Der deutsche Philosoph jüdischer Herkunft war 1940 über die Grenze gekommen, um sich vor der Deportation zu retten. Auf das Gerücht hin, Franco liefere deutsche Juden aus, tötete er sich in Portbou am 26. September 1940.

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Monumente III

Die Briten gelten ja gemeinhin als exzentrisch. Auf meinem 10-Tage-Trip im Juni gelang es mir leider nicht, dieses populäre Vorurteil zu widerlegen. Allein die kalte Trockenpflaumensuppe auf dem Frühstückstisch in meinem B&B war schon speziell.

Während Kontinentaleuropäer vor Denkmälern zum Jubiläum immer noch ‚lebende‘ Kränze abwerfen, ist man auf der Insel auf Plastik umgestiegen, die Dinger nennen sich „Commemorative Wreath“ (Gedenkkranz). Schön bunt sind sie ja, fallen auch auf, verblühen nicht, aber landen hinterher auf dem Müll, wenn sie nicht schon durch Wind und Wetter kleingemahlen werden und sich dem Feinstaub anschließen.

Diese Kränze liegen vor dem Denkmal im Londoner Stadtteil Brixton für die afrikanischen und karibischen Soldaten, die in den beiden Weltkriegen für Großbritannien gekämpft haben.

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Monumente II

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Bleiben wir bei Marx. In Berlin hat er ein paar Semester studiert, aber in London die zweite Hälfte seines Lebens verbracht. Sein Grab befindet sich daher in der britischen Hauptstadt auf dem Friedhof Highgate. Über einem mannshohen Sockel aus Granit findet sich eine Büste, die fast nur aus dem denkenden Dickkopf besteht. Der berühmte Aufruf an die Arbeiter alle Länder, sich zu vereinen, findet sich in englischer Sprache im oberen Teil des Sockels. Daraus hier ein Ausschnitt.

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Monumente I

Monumente finden sich überall, jede Generation möchte ihre eigenen, denn sie hat ihre eigenen Helden oder Opfer. Da Denkmäler auch Magnete für Tourismus sind, ist immer Geld für sie da.

Manche sind Überbleibsel einer unbeliebten Vergangenheit, sie sind dann auch Symbole politischen Mutes: ‚Wir stehen dir zwar kritisch gegenüber, wollen dich aber ertragen!‘ Dazu gehören die 1986 errichteten Statuen von Karl Marx und Friedrich Engels auf dem Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte. Bei Touristen aus aller Welt sind sie nach wie vor sehr beliebt. Kinder klettern auf ihnen herum, Liebespaare setzen sich Marx auf die Knie. Das Metall gibt genau Auskunft über die beliebtesten Stellen. Während Engels fast schon den üblichen Türkisschimmer von alter Bronze hat, glänzen Marxens Hände beinahe golden.

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Best of Sicily XX

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„Die Kunst erneuert die Völker und erhält ihnen ihr Leben“ So lautet das Motto über dem Hauptportal de Teatro Massimo in Palermo. Auf den Treppen vor diesen sechs korinthischen Säulen wurde Ende der 1980er-Jahre die Szene gedreht, mit der die Trilogie „Der Pate“ endete: die Ermordung von Mary Corleone durch einen Fehlschuss.

Wer sich ernsthaft fotografisch mit dem Gebäude auseinandersetzen möchte, muss Zeit mitbringen, so viele Details gibt es zu entdecken. Es kann auch nicht schaden, nach ein paar Tagen zurückzukehren, weil man immer noch etwas Neues sieht.

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Best of Sicily XIX

Der grüne Daumen auf Sizilien sieht anders aus als hierzulande. Üppig saftiges Grün gibt es jahreszeitlich schon, aber auch Monate ohne Regen. Auf solch einer Insel siedeln sich andere Pflanzen an oder überleben andere Pflanzen als in den schottischen Highlands. Klar, dass diese Eigengewächse dann auch in den Topf kommen.

Für solche Kakteen, die schon selbst fast wie aus Kalkstein wirken, kommt natürlich nur ein Kalkstein-„topf“ infrage – von was auch immer der übrig geblieben ist. Gefunden auf der sehr empfehlenswerten Fattoria Manostalla bei Balestrate.

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Best of Sicily XVIII

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Drachenbäume (Dracaena) sind in deutschen Büros immer noch häufig anzutreffen. Trotz aller Pflege bestehen sie nach ein paar Jahren zumeist aus vielen Metern Stamm und drei oder vier dürren Blättern – ein ähnliches Phänomen ist der deutsche Wartezimmer-Ficus. Wann man dann die Heimatregion kommt, ist die erste Reaktion Schock, dann folgt Unglaube: diese Pflanze, hier im Giardino Garibaldi in Palermo, soll ein Cousin der traurigen Bürogewächse sein?

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