Mediterrane Flora VII


Ich hatte mir ja vor dem Trip nach Sizilien extra ein Buch über Mittelmeerpflanzen gekauft. Leider habe ich es dann zu Hause im Regal gelassen. Aber hier hätte es mir auch nicht helfen können, es gibt einfach zu viele verschiedene Doldenblütler. Dieses Exemplar fand ich in Segesta, direkt neben einem antiken griechischen Tempel. Irgendwie sind diese wundervollen Pflanzen im frühen 20. Jahrhunderts den katalanischen Architekten oder Schmieden des Jugendstils entgangen, sonst gäbe es wundervolle Lampen oder Pavillons in dieser Form.

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Mediterrane Flora VI


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Agaven sind ja tolle Eltern (Mütter?). Sie sammeln Zeit ihres Lebens die Energie, um irgendwann einen bis zu zwölf Meter langen Blütenstand zu erzeugen, der den Samen hilft, sich mit dem Wind so auszubreiten, dass sich Mutter und Kinder nicht gegenseitig Sonne und Erde wegnehmen. Wenn die Babies ausgezogen sind, stirbt die Agave nach einem erfüllten, oft jahrzehntelangen Leben.

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Palermitanische Pforten V


Marode Gebäude und Portale haben für mich Augenmensch etwas Magisches. Aber nach ein paar Tagen in Palermo in ständiger Gegenwart dieser Morbidität habe ich mich entschieden, dass ich die Stadt sehr mag, aber nicht in ihr wohnen wollen würde. Für mich hat das Betrachten einer solchen Pforte immer auch etwas Trauriges. Man braucht sich nur vorzustellen, wie es am Tag der Fertigstellung dieses Palazzo ausgesehen haben mag und es dann mit heute vergleichen.

Aber diese maroden Palazzi in Palermo haben noch eine zweite traurige Ebene: 2000 Jahre wurde das Land von römischen, byzantinischen, arabischen, normannischen, spanischen und sizilianischen Großgrundbesitzern ausgeplündert, die Hungerlöhne zahlten und kaum in die Infrastruktur investierten. Daher kam auch das Geld für die Errichtung von Palästen nach der letzten teuren Mode.

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Palermitanische Pforten IV


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In einer Stadt, in der es an manchen Stellen noch so aussieht, wie nach dem Erdbeben von 1968, gibt es auch alle möglichen anderen historischen Spuren. Leider gibt es keinen Guide und keine Tafel, die sie dem Besucher erklärt. Man muss also drauflos spekulieren. Hier scheint während der alliierten Invasion Siziliens ab dem 10. Juli 1943, als auch Palermo schwer bombardiert wurde, eine Schrapnell heruntergekommen zu sein, deren Ladung sich in alle Richtungen ausbreitete.

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Palermitanische Pforten III


Wände und Tore auf Sizilien sind spannende Objekte für Fotografen. Das liegt an der Einstellung der Sizilianer zum Thema Farbe. Frisch gestrichene Wände oder Türen findet man kaum. Statt dessen sieht man wettergegerbte Tore wie dieses hier am Hafen von Castellammare del Golfo. Tore und Wände Siziliens, sind nicht nur funktionale Gebäudeteile, sie erzählen die Geschichte der Gebäude während der letzten Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte.

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Palermitanische Pforten II


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„Hotel Patria“ – auf deutsch „Hotel Vaterland“ – auf einer längst verrosteten Tafel über dem Portal eines Palazzo eines Adeligen aus dem 14. Jahrhundert ruft zunächst einmal ein überraschtes Schmunzeln, dann ein ironisches Grinsen hervor. Natürlich ist dies schon seit geraumer Zeit kein Hotel mehr, 1943 wurde es nach knapp 100 Jahren geschlossen, weil das Gebäude durch alliierte Bomben halb zerstört war.

Palermo hat eine merkwürdige Haltung zur eigenen Geschichte. Sie wird zwar auch an speziellen Orten präsentiert, herausgeputzt und begradigt. Aber man findet sie im Altstadtbezirk La Kalsa eigentlich überall, und dort gibt sich niemand die Mühe, sie besonders aufzupolieren. In unseren Breitengraden lässt man manchmal eine Ruine stehen, als Anschauungsobjekt oder Mahnmal. In Alt-Palermo sind sie überall, irgendwie arrangiert man sich mit ihnen.

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Palermitanische Pforten I


Viele Häuser in Palermos Altstadt wurde in Zeiten erbaut, als man noch mit Pferdekutschen unterwegs war und Vieh und Wagen im Haus nachts unterbringen musste. Ich habe noch nie so viele Pforten gesehen wie in der sizilianischen Hauptstadt.

Der sicherlich merkwürdigste aller Einlässe – wenn auch keine Pforte – findet sich unten: die Tür zur Direktion des staatlichen Archivs. Da wollte sich wohl jemand den mühsamen Weg durch viele lange Flure ersparen und ließ ein Loch in die Rückwand brechen. Gäste sollte man hier aber eher nicht empfangen.

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