Best of Sicily XXV

Verweilen wir noch etwas in der Natur. Ich war schon angetan von der Landschaft Kataloniens südlich der Pyrenäen, aber Sizilien hat mich schier umgeworfen. Ich bevorzuge, anders als sonst, nicht so kräftige Farben. Hier sind es ja viele Grautöne durch den Granit, der so wunderbar mit der offenen Hand von der Geologie hier verteilt oder aufgetürmt wurde, oder die Oliven mit ihren grau-grünen Blättern. Im Frühling gibt es natürlich noch viele Farbtupfer von Blüten, aber das Bild wird von ihnen nicht dominiert, sie unterstreichen es subtil als einzelne Farbtupfer. Sizilien ist extrem fruchtbar, war schon die Kornkammer des antiken Rom. Aber diese Landschaft ist auch eine des Kampfes, hier wachsen keine Schönlinge, hier wachsen Kräuter und Gestrüppe, die auch halbjährliche Trockenphasen überstehen können.

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Best of Sicily XXIV

Auf Sizilien hat die Natur in jeder Phase ihrer Existenz eine besondere Ästhetik, sogar im Tod. Und dieser uralte Olivenbaum hat mit Sicherheit kein Leben mehr in sich. Wer weiß wie viele Tonnen Früchte er in den hunderten Jahren seines Wachstum getragen hat, wie viele Hektoliter Öl daraus produziert wurden. Nach Jahren ohne Wasseraufnahme ist dieser Baum zu einer Skulptur erstarrt. Von der Sonne zu einem hellgrau ausgedörrt, weiß man als Betrachter natürlich immer noch, was es ist oder war, aber es hat auch etwas künstlerisch Abstraktes.

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Best of Sicily XXIII

Bleiben wir noch ein bisschen bei Insekten und Pflanzen. Fotos von menschengemachten Sehenswürdigkeiten gibt es schon genug, auch hier bald wieder. Was hier auf den ersten Blick wie eine wilde Schwester der leckeren Artischocke aussieht, ist eine illyrische Eselsdistel, die ursprünglich aus dem Gebiet des heutigen Kroatien und Bosnien stammt. Laut italienischer Wikipedia ist sie essbar und schmeckt leicht süßlich. Kein Wunder, dass sich hier beim griechischen Tempel in Segesta die Trauer-Rosenkäfer in die noch geschlossene Blüte einzuwühlen versuchen.

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Best of Sicily XXII

Sizilien hat neben Flechten auch malerische Insekten zu bieten. Diese braune Heuschrecke ist ihrer Umwelt vor allem in der trockenen Jahreszeit farblich perfekt angepasst, so lange sie nicht auf solchen weißen Doldenblüten herumspaziert. Aber wer könnte da widerstehen?

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Best of Sicily XXI

Ich war in 2017 das erste Mal auf Sizilien – 2 Tage Palermo zum Aufwärmen, eine Woche in einem Agriturismo im Westen der Hauptstadt und noch einmal 3 Tage Palermo. Schon für 2020 war die zweite Reise geplant, nach Catania und einen Agriturismo in der Nähe des Etna. Warum diese Reise ausfiel, muss ich nicht groß begründen. Dieses Jahr, wenn auch erst im Herbst, wird es hoffentlich klappen.

Wir haben alle so unsere Vorlieben, bei der Architektur oder in Bezug auf Landschaften. Sizilien, ohne dass ich es vorher wusste, hat genau meine Herzenslandschaft – bis in die letzten Details. Ich liebe zum Beispiel Flechten, die natürlichen Vorläufer der abstrakten Malerei. Diese findet man in Sizilien mit seinen Mengen an altem Stein fast überall.

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Food Calendar 2021 XII – Ratebild

Und der krönende Abschluss, was könnte das sein? Jemand hatte die Assoziation mit Gefrorenem und mit Eiskristallen. Gefroren ist es, obwohl es eigentlich nicht nötig ist. Die weißen Partikel sind dennoch keine Eiskristalle, sondern Salz. Es handelt sich um ein Lebensmittel, das durch Einsalzen haltbar gemacht wurde und durch Wässern wieder auf das ursprüngliche Volumen gebracht wird. Spannenderweise hat es durch die Einführung des Kühlschranks nichts von seiner Popularität eingebüßt. Spanier, Portugiesen und Italiener sind einfach an den Geschmack gewöhnt und ziehen ihn wie ich auch dem von frischem Kabeljau vor, weil er subtiler ist. Es handelt sich um Stockfisch oder Bacalao, von dem der hier schon vielfach gelobte italienische Supermarkt endlich einmal schöne dicke Stücke hatte.

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Food Calendar 2021 XI

Ich habe mir ein Paket mit 50 Blatt Tonpapier 50*70 cm gekauft, weil die fünf Blätter, die meinem kleinen Fotostudio beilagen, schon arg zerknittert sind. Ich hatte aber noch nicht die Muße oder Inspiration, um wirklich etwas Sinnvolles damit anzufangen. Die Mandarine lachte mich einfach aus der Obstschale heraus an und ich habe mich – trotz der spannenden Resultate von Experimenten mit Farbkontrasten – spontan für einen gleichfarbigen Hintergrund entschieden.

Was mir gefällt ist, wie der dreidimensionale Raum aufgelöst wird: scheinbar liegt die Mandarine auf einem flachen Papier, obwohl es rechtwinklig aufgespannt ist und wir Boden und Rückwand sehen. Auch toll, wie an manchen Stellen der Rand der Frucht mit dem Hintergrund verschmilzt.

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Food Calendar 2021 X: grüne Weihnachtskugel

Ich erzählte ja schon von dem Supermercato, den ich ab und an besuche. In 2019 war ich dort an 48 von 52 Samstagen wegen des köstlichen Pane Siciliano, aber ich freue mich auch immer besonders über ‚exotische‘ Gemüsesorten, die man in deutschen Supermärkten leider nie zu sehen bekommt wie diese kugelförmige Zucchini hier. Manchmal fällt in italienischen Großmärkten doch was für uns ab, für mich ist dann den ganzen Tag bis zum Ansetzen des Messers Vorfreude angesagt, das Auge isst ja auch mit.

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Food Calendar 2021 IX: Sepia-Whiteout

Sepien, die kurzarmigen Cousins der Tintenfische, gehören kulinarisch zu meinen absoluten Favoriten. Hier musste etwas ganz Besonderes her für den Kalender. Es dauerte nicht lange bis der Impuls kam: ins Badezimmer vor die weißen Kacheln. Normalerweise bearbeite ich die Fotos dann nicht mehr, wenn es nicht gut ist, taugt es eben nichts. Aber hier, bei dem vielen Weißtönen, habe ich doch ein bisschen experimentiert, so dass der Mantel der Sepia im weißen Nichts verschwindet.

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Food Calendar 2021 VIII: Der Zitronen-Paprika-Krebs

Die Farbenpracht unserer Lebensmittel wird oft übersehen, weil sie im kulinarischen Kontext kaum eine Rolle spielt. Man muss schon fotografisch mit dem spielen, was der Supermarkt oder der Kühlschrank hergeben, um dieses Potenzial zu erschließen. Ich habe mir jetzt 50 Blatt Tonpapier in allen Regenbogenfarben gekauft, um in dieser Hinsicht noch neue Entdeckungen zu machen.

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